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home > Das Dokumentationszentrum > Die Archive

 

Mitte 2003 wurde das JDWM vom Staat als eines der flämischen „Themenarchive” anerkannt. Das Dokumentationszentrum hat gesetzlich die Aufgabe, jegliche Informationen über die Verfolgung der Juden, Sinti und Roma in Belgien und Nordfrankreich zentral zu sammeln. Das beinhaltet das Digitalisieren sowohl öffentlicher als auch privater Dokumente und Archivmaterialien sowie die sichere Aufbewahrung der Originale.

Übersicht über die wichtigsten Archive und Sammlungen:

1. Sammlung des Archivmaterials des JDWM
2. Sammlung der Ausdrucke des JDWM
3. Sammlung von Viedeomaterial des JDWM

4. Sammlung von Fotografien im JDWM
5. Interviewsammlung des JDWM
6. Reliktensammlung (1942 – 1944) in Verwahrung des JDWM
7. Das Antwerpener Judenregister
8. Das Belgische Judenregister
9. Karteikarten des Sicherheitsdiensts (Drancy – Auschwitz)
10. Mitgliederliste der Vereinigung der Juden von Belgien
11. Archiv der Vereinigung der Juden von Belgien (CICB)
12. Archiv der Vereinigung der Juden von Belgien (OF)
13. Ausländeramt „Gib ihnen ein Gesicht”
14. Archiv von Louis Van Brussel
15. Kooperation mit anderen Ausstellungen
16. Die belgische Ausstellung im Staatsmuseum Ausschwitz-Birkenau
17. Chronik der Dossinkaserne

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1. Sammlung des Archivmaterials des JDWM

Diese Sammlung besteht aus eigenen Originaldokumenten und aus Unterlagen, die anderen Privatpersonen oder Einrichtungen gehören, jedoch vom JDWM archiviert werden.

Kopien dieser Dokumente stehen im JDWM zur Verfügung. Momentan besteht die Sammlung aus 9 807 schriftlichen Unterlagen und 25 910 Bildern.

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2. Sammlung der Ausdrucke des JDWM

Diese Sammlung besteht aus eigenen Originaldokumenten und aus Unterlagen, die anderen Einrichtungen gehören, jedoch vom JDWM archiviert werden.

Kopien dieser Dokumente stehen im JDWM zur Verfügung. Momentan besteht die Sammlung aus 424 Unterlagen und 1 253 Bildern.

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3. Sammlung von Videomaterial des JDWM

Diese Sammlung besteht aus eigenen Originaldokumenten und aus Medien, die anderen Einrichtungen gehören, jedoch vom JDWM archiviert werden.

Die Sammlung besteht zur Zeit aus 112 Kassetten.

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4. Sammlung von Fotografien im JDWM

Diese Sammlung besteht aus eigenen Originaldokumenten und aus Unterlagen, die anderen Einrichtungen gehören, jedoch vom JDWM archiviert werden.

Zur Zeit besteht die Sammlung aus 3 348 Unterlagen und 5 734 Bildern.

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5. Interviewsammlung des JDWM

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5.1 Die Sammlung von Johannes Blum
5.2 Die Sammlung „Der letzte Zeuge”
5.3 Die Sammlung „Abramowicz”
5.4 Die Sammlung von Laurence Schram
5.5 Interviews von Mitarbeitern des JDWM
5.6 Von Frédéric Molle geführte Interviews
5.7 Von Sylvain Brachfeld geführte Interviews
5.8 Survivors of the Shoah Visual History Foundation

 

5.1 Die Sammlung von Johannes Blum

Die Sammlung von Johannes Blum besteht aus 720 Interviews, die von Johannes Blum selbst geführt und auf VHS; digitale Betacam oder Mini-DVD aufgenommen wurden.

Unter den Interviewten befinden sich Kriegsveteranen, Deportierte, Widerstandsmitglieder und versteckte Kinder. Vor den Gesprächen füllten alle Interviewten ein Identitätsformular und es wurde ein Vetrag abgeschlossen, der Herrn Blum alle Rechte an den Aufnahmen überträgt. Während der Gespräche folgt Blum einer eigenen Fragen- und Themenliste.
Die Qualität der Sammlung, die im JDWM gelagert wird, verschlechtert sich im Lauf der Zeit, sodass sie auf einen beständigeren Datenträger übertragen werden muss. Einige Kassetten sind inzwischen über 10 Jahre alt.
Die Aufnahmen werden auf DVDs übertragen. Kopien der DVDs können gegen eine Gebühr und mit Hernn Blums Einverständnis angefertigt werden. Nach Absprache kann im JDWM auch in die Aufnahmen eingesehen werden.

Für eine Übersicht der Namen aller bereits Interviewten klicken Sie bitte hier.

Collectie Blum

<Interviewsammlung>

5.2 Die Sammlung „Der letzte Zeuge”

Die Sammlung „Der letzte Zeuge” besteht aus unbearbeiteten Filmaufnahmen der gleichnamigen Fernsehserie von Luckas Vander Taelen in VTM aus dem Jahre 1991. Aus den Interviews mit 15 Überlebenden aus Lagern entstanden 150 Stunden Filmmaterial, aufgeommen von zwei Kameras, bevor dieses weiter bearbeitet wurde. Die „letzten Zeugen“ sind:


- Regine Beer
- Fanny Birkenwald
- Charles Brusselairs
- Philip Claes
- Herschel Finck
- Maurice Finck
- Jozef Hautman
- Samuel Hejblum
- Maryla Michalowski
- Nathan Ramet
- Tobias Schiff
- Willem Sel - Jan Van Calsteren
- Nina Van Kerckhoven
- Emile Vos


Diese Videosammlung ist nicht weiter bearbeitet oder in andere Randdokumente eingebettet. Das JDWM ist jedoch mit den Hintergründen der Zeitzeugen vertraut und somit in der Lage, die Sammlung für Interessierte inhaltlich zu erläutern. Aus zeitlichen Gründen werden die Aufnahmen zunächst digitalisiert, aus finanziellen Gründen wird hier nur eine der beiden Kameraaufnahmen bearbeitet.

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<Interviewsammlung>

5.3 Die Sammlung “Abramowicz”

Die Sammlung “Abramowicz” besteht aus Ausschnitten von Gesprächen mit Kindern, die während der Besatzung versteckt worden waren. Die Regisseuin Myriam Abramowicz schenkte dem JDWM eine Kopie der bearbeiteten Produktion „Comme si c’était hier” („Als wäre es gestern”) wie auch die Originale der vollständigen Interviews. Es handelt sich um 30 bis 60 Stunden Material, im 16mm-Format aufgenommen, die bereits in VHS-Format umgewandelt wurden.

<Interviewsammlung>

5.4 Die Sammlung von Laurence Schram

Die Sammlung von Laurence Schram, besteht zum einen aus Interviews, die sie 1992/93 für ihre Abhandlung „La mémoire des rescapés juifs d’Auschwitz”(*), zum anderen aus Interviews, die sie als Mitarbeiterin des JDWM seit 1996 führte. Diese Gespräche, die sich auf Audio-Kassetten befinden, wurden anhand eines standardisierten Fragebogens geführt. Viele Interviews wurden anschliessend auch niedergeschrieben und viele der Zeitzeugen füllten eine Identitätskarte aus.

Senja Antman, 7. Oktober 1992, audio, auch niedergeschrieben (*)
Tauba Ehrenberg, 4. Dezember 1992, audio, auch niedergeschrieben (*)
Schaja Cige, 7. Dezember 1992, audio, auch niedergeschrieben (*)
Henri Sonnenbluck, 7. Dezember 1992, audio, auch niedergeschrieben (*)
Marie Pinhas, 17. Dezember 1992, audio, auch niedergeschrieben (*)
Izak Gliksman, 24. Dezember 1992, audio, auch niedergeschrieben (*)
Bertha Koch, 19. Februar 1993, audio, auch niedergeschrieben (*)
Jakob Cukierblum, 22. Februar 1993, audio, auch niedergeschrieben (*)
Anonym, 20. Mai 1993, audio, nicht niedergeschrieben
Mozes Sendyk, 2. Juli 1993, audio, auch niedergeschrieben
Martha Bindiger, 16. August 1993, audio, teilweise niedergeschrieben
Nathan Ramet, Herbst 1996, audio, nicht niedergeschrieben
A. Borges, 5. März 1997, audio, nicht niedergeschrieben
Michael Dagan, audio, teilweise niedergeschrieben
Félix Rozenberg, 6. und 11. November 1997, audio, nicht niedergeschrieben
Mariette Hermans, 24. Mai 1998, audio, nicht niedergeschrieben
David Lachman, 19. Juni 1998, audio, nicht niedergeschrieben
Félix Nejman, 8. und 15. März 1999, audio, nicht niedergeschrieben
Leon Raszkin, 28. April 1999, audio, nicht niedergeschrieben (in Korrektur)
Anonym, 20. Januar 2000, audio, auch niedergeschrieben
Abraham Karolinsky, 27. Februar und 10. September 2001, audio, nicht niedergeschrieben
Fanny Biber, 3. Dezember 2002, audio, nicht niedergeschrieben
Alice Bonheim, 6. März 2003, audio, nicht niedergeschrieben

<Interviewsammlung>

5.5 Interviews, die von Mitarbeitern des JDWM geführt wurden

Ilya Prigogine, Juli 1995, als Videokassette
Robert Maistriau, August 1995, als Videokassette
Simon Gronowski, August 1995, als Videokassette
Eva Fastag, 23. November 1995, als Videokassette
Irène Spicker, 23. November 1995, als Videokassette
Joseph Blitz, 11. Dezember 1995, als Videokassette
Isy Beck, 11. Dezember 1995, als Videokassette
Henri Apfelbaum, 12. Dezember 1995, als Videokassette
Félicie Gruszow, 12. Dezember 1995, als Videokassette
Henri Sonnenbluk, 19. Dezember 1995, als Videokassette
Marie Pinhas, 19. Dezember 1995, als Videokassette
Rosie Mandel recta Kwadrat, 15. August 1997, audio, nicht niedergeschrieben

<Interviewsammlung>

5.6 Interviewsammlung von Frédéric Molle

Interviewsammlung von Frédéric Molle im Rahmen seiner Abhandlung „ Le SS-Sammellager de Malines : la vie dans la caserne Dossin” („Das SS-Sammellager von Mechelen: Das Leben in der Dossinkaserne“):

Benita Hirschfeld, Sommer 1997, audio, Niederschrift in Arbeit
Ketti Birnbaum, Sommer 1997, audio, nicht niedergeschrieben
Eva Fastag, Sommer 1997, audio, nicht niedergeschrieben
Henriette Heller-Edersheim, Sommer 1997, audio, nicht niedergeschrieben
M. Rosenfein, 23. Juni 1997, audio, nicht niedergeschrieben
Jo Kirchenstein, 30. Juni 1997, audio, nicht niedergeschrieben
Maurice Swarc, 29. Juli 1997, audio, nicht niedergeschrieben
Benjamin Gutfeld, 4.August 1997, audio, nicht niedergeschrieben

<Interviewsammlung>


5.7 Von Sylvain Brachfeld geführte Interviews.

Dieses Archiv beinhaltet eine Interviewsammlung mit der jüdischen Gemeinschaft, die von Yad Vashem im Rahmen der Ernennung „Gerechter unter den Völkern” in Jerusalem erstellt wurde. Kopien dieser Interviews befinden sich im Stadtarchiv der Stadt Antwerpen.

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5.8 Interviews, die von „The Survivors of the Shoah Visual History Foundation“ geführt wurden.

Auf Initiative des Regisseurs Steven Spielberg wurden zahlreiche Zeitzeugen über ihre Erfahrungen während der Shoa befragt. Das JDWM besitzt eine CD-Rom mit einem Index aller Interviews und Kopien der Gespräche mit belgischen Interviewten.

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6. Reliktensammlung (1942 – 1944) in Verwahrung des JDWM

Zur Zeit werden die Relikten in 3 048 Umschlägen aufbewahrt. Sie beinhalten die Dokumente, die die Häftlinge bei der Ankunft in der Dossinkaserne der Lagerverwaltung geben mussten, wie z.B. Fotos, Briefe, Ausweise, Mitgliedskarten oder Diplome.


Diese Sammlung besteht primär aus Dokumenten der Menschen, die ab dem 20. Konvoi deportiert wurden. Von den Relikten wurde eine Bestandaufnahme angefertigt. Sie werden auch digitalisiert. Überlebende oder ihre Familienangehörigen haben jederzeit das Recht, die Dokumente anzufordern. Hierfür sollten sie sich an das Archiv wenden.

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© Dienst oorlogsslachtoffers

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7. Das Antwerpener Judenregister

Es handelt sich um die Kartei des Judenregisters aus Antwerpen, die während des Zweiten Weltkriegs von der Grossgemeinde Antwerpen erstellt wurde. Die deutsche Verordnung vom 28. Oktober 1940 verpflichtete alle Juden ab dem 15. Lebensjahr, sich in das Judenregister ihres Wohnortes einzuschreiben. Hiermit wurden die Gemeindeverwaltungen beauftragt, wobei sich einige eifrig, andere weniger hilfsbereit zeigten.

In der Kartei wurde folgendes festgehalten: Name, Vorname, Geburtsdatum und –ort, Nationalität, Beruf, Konfession, Grosseltern, Eltern, Kinder, Einreisedatum in und alle darauffolgenden Anschriften.


Das Copyright dieser Daten liegt bei der „Centraal Beheer voor Joodse Weldadigheid en Maatschappelijk Hulpbetoon v.z.w“, auch „Centrale“. Diese Organisation ist im Besitz von 10 012 Karteikarten, die das Antwerpener Judenregister darstellen.

Im August 1999 vereinbarten Vertreter der Centrale und das JDWM, dass das Jüdische Museum die Aufgabe übernimmt, alle Karten zu reinigen, zu digitalisieren, zu verpacken, zu lagern und eine Übersicht anzufertigen. Die Bearbeitung der 10 012 Karten wurde im Mai 2003 beendet. Sie wurden feierlich ihren rechtmässigen Besitzern übergeben.

Um die Daten der Karteikarten optimal veröffentlichen zu können, wurde entschieden, den Inhalt jeder Karteikarte so weit wie möglich in ein Verzeichnis zu übertragen.

Weitere Informationen über das Judenregister von Antwerpen können Sie dem Artikel der Archivarin Ilse Marquenie entnehmen. Der Text ist auf Niederländisch und Englisch verfügbar.

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8. Das belgische Judenregister

Es handelt sich um die Formulare des belgischen Judenregisters, welches während des Zweiten Weltkriegs von belgischen Gemeinden erstellt wurde. Die deutsche Verordnung vom 28. Oktober 1940 verpflichtete alle Juden ab dem 15. Lebensjahr, sich in das Judenregister ihres Wohnortes einzuschreiben. Hiermit wurden die Gemeindeverwaltungen beauftragt, wobei sich einige eifrig, andere weniger hilfsbereit zeigten.

Die Sammlung besteht aus 217 Aktenordnern, in denen sich die Formblätter der belgischen Juden befinden, die in dem Register genannt werden. Gelegentlich sind den Karteikarten weitere Papiere angehängt. Das Register ist alphabetisch und nach Gemeinden geordnet.

Die Formulare waren französischsprachig oder niederländisch. Jedes Formular hielt folgendes fest: Name, Vorname, Geburtsdatum und –ort, Beruf, Nationalität, Religionszugehörigkeit; aber auch Name, Geburtstdatum und –ort und Religionszugehörigkeit des Ehepartners, der Eltern und Grosseltern väterlicher- und mütterlicherseits, Name und Religionszugehörigkeit der Kinder, Einreisedatum in Belgien, Herkunftsland, Adresse, Datum und Ort der Registrierung, Unterschrift des/der Registrierten und des Familienoberhaupts. Nur selten wurden die Formulare vollständig ausgefüllt.

Das belgische Judenregister ist im Besitz des Joodse Sociale Dienst („Jüdischer Sozialer Dienst“) in Brüssel. Aufbewahrt wird es vom Jüdischen Museum von Belgien. Erste Kontakte zwischen dem JDWM, dem Joodse Sociale Dienst und dem Jüdischen Museum von Belgien bezüglich der Digitalisierung und Bearbeitung der Registrierungsdaten gab es bereits im November 1998. Im Juni 2003 kam es dann schliesslich zu einer Einigung über die Zusammenarbeit aller Parteien.

Um die Daten der Karteikarten optimal veröffentlichen zu können, wurde entschieden, den Inhalt jeder Karteikarte so weit wie möglich in ein Verzeichnis zu übertragen.

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9. Karteikarten des Sicherheitsdiensts (Drancy – Auschwitz)

Die Karteikarten der Sipo-SD beinhalten Informationen über 56 000 Menschen und bildeten die Grundlage für die Rassenverfolgung. Es besteht aus 16 deutschen, französischen und belgischen Archiven.
Das Verzeichnis ist im Besitz des Dienst Oorlogsslachtoffers (DOS) (Abteilung für Kriegsopfer).

Mehrere Jahre lang hat sich das JDWM die Auwertung diese Kartei zur Aufgabe gemacht. Dies bedeutet das Entfernen vieler kleiner Nadeln und Nieten, das Verhindern des Verschleisses im Hinblick auf eine spätere Restauration, das einzelne Verpacken der Karten in säurefreiem Papier und das zukünftige Einfügen sämtlicher Informationen in die Datenbank.

Diese zeitaufwändige und mühselige Arbeit wurde im Juli 2006 fertiggestellt.

 

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10. Mitgliederliste der Vereinigung der Juden von Belgien

Während des Zweiten Weltkriegs gründeten die Besatzer die Jodenvereeniging van België (JVB) (Vereinigung der Juden von Belgien), auch bekannt als Judenrat. In ganz Europa wurden solche Judenräte eingerichtet. Die Listen wurden anfangs von den örtlichen Judenräten erstellt. Später wurden sie dann an die antijüdische Zentrale unter der Leitung von Pierre Beeckmans weitergeleitet. Nach Kriegsende erhielt SOMA (Studie- en Documentatiecentrum Oorlog en Hedendaagse Maatschappij) die Listen.
Nach Gemeinden und Strassen geordnet wurden die jüdischen Familien von der Verwaltung des Judenrat registriert.

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11. Archiv der Vereinigung der Juden von Belgien (CICB)

Diese Archive bestehen u.A. aus Dokumenten der Jodenvereeniging van België (JVB) (Vereinigung der Juden in Belgien), einer wähernd des Zweiten Weltkriegs von den Besatzern gegründeten Organisation. Ähnliche Organisationen fanden sich auch in anderen besetzten Ländern Europas.

Dies sind die Originalarchive der Vereinigung der Juden in Belgien (JVB). Sie dienten als Beweis im Rahmen der richterlichen Untersuchungen zur Verantwortlichkeit des JVB. Da die Untersuchungen eingestellt wurden, erhob Max Gottschalk Anspruch auf die Archive und sämtliche Inhalte. 1959 gründete er das Centre National des Hautes Etudes juives (CNEHJ), welches später zum Buber-Institut wurde. Hier deponierte er diese Archive.


In diesem Archiv befinden sich Ordner und 199 Mappen, die die wichtigsten Inhalte der Sammlung beinhalten, 13 Akten, die Auskunft zu Mitgliedbeiträgen geben, 19 Akten zu Interventionen und 32 Mappen aus der Buchhaltung. Die 18 Mappen, die die  9 500 Registrierungskarteien des JVB enthalten, fehlen.
Diese Sammlung wurde 2003 erstmalig für Untersuchungen freigegeben. Zuvor war sie Anfang der 60er-Jahre von Alexandre Fried im CNHEJ sortiert und zwischen 2001 und 2003 im JDWM archiviert worden. 315 Akten müssen noch katalogisiert werden.

Das Archiv behandelt folgende Themen genauer:

  • Deutsche Verordnungen
  • Gesetzgebung, Status und interne Organisation des JVB
  • Exekutive Abteilung des JVB
  • Verschiedene offizielle Berichte
  • Schriftverkehr im Zusammenhang mit der Organisation der exekutiven Abteilung der Vertretung in Brüssel
  • Mitgliederliste des JVB mit Sitz in Antwerpen
  • Allgemeiner Briefwechsel
  • Soziale Dienste der Abteilung in Lüttich
  • Bericht über die Aktivitäten des JVB
  • Finanzen
  • Allgemeiner Schriftverkehr mit anderen örtlichen Niederlassungen (Charleroi, Gent, Arel, Ostende und Bergen)
  • Eingreifen der Besatzer für verschiedene exekutive Abteilungen
  • Das Bevölkerungsregister
  • Bildung
  • Waisenkinder
  • Die Abteilung in der Ruysbroeckstraat (Ruysbroeckstrasse)
  • Arbeitseinsatz in Nordfrankreich
  • Zwangsarbeit – Mechelen
  • Lebensmittelzuteilungen
  • Lager in Osteuropa
  • Jüdischer Besitz und jüdische Berufsfelder
  • Kinder
  • Eltern
  • Mischlinge und Arier
  • Juden mit speziellem Status
  • Gefängnisse
  • Breendonk
  • Öffentliche Sozialhilfezentren
  • Deutsch-paläsitinensischer Austausch
  • Austausch zwischen Deutschland, Frankreich, Ungarn, den Niederlanden, Polen, Portugal, Schweden und der Schweiz
  • Schriftwechsel mit dem Öffentlichen Sicherheitsdienst
  • Verschiedene Zwischenfälle
  • Schriftwechsel mit der belgischen Verwaltung
  • Jüdischer Dienst für Integration
  • Das Rote Kreuz
  • Hilfe im Winter
  • Mitgliederbeiträge
  • Geschenke
  • Ausgangssperren
  • Tagebuch von S. Van den Berg
  • Bericht von M. Benedictus
  • Deutsche Dokumente: Auschschnitte aus dem Prozess gegen General von Falkenhausen

correspondentie V.J.B.

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12. Archiv der Vereinigung der Juden von Belgien (OF)

Diese Archive beinhalten ebenfalls Dokumente des JVB, der Organisation, die im Zweiten Weltkrieg von den Besatzern gegründet wurde. In ganz Europa wurden solche Judenräte eingerichtet.

Nach dem Krieg beschlagnahmten Widerstandskämpfer der Onafhankelijkheidsfront (OF) (Unabhängigen Front) die Sammlung des JVB. Jahrelang wurden sie im Nationaal Verzetsmuseum (Nationales Widerstansmuseum) in Anderlecht, Brüssel gelagert. 2003 wurde das Archivmaterial dem JDWM zur Aufbewahrung gegeben.

Das Archiv umfasst 4 054 Dokulente. Die wichtigsten Themen sind:

• Schriftwechsel des JVB (zwischen Zentrale und den örtlichen Abteilungen, zwischen JVB und den belgischen/ deutschen Befehlshabern, zwischen JVB und Organisationen in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden etc.)
• Verschiedene Listen (Mitglieder des JVB, Mitwirkende der Organisation Todt (Organisation Tod), Leute, die nach Mechelen einberufen werden, Pakete, Briefe etc.)
• Dokumente der Abteilungen Bildung, Zwischenfälle, Unterstützung Mechelens, Wohltätigkeit und Emigration
• Dokumente im Zusammenhang mit den Aufforderungen, nach Mechelen zu kommen
• Briefwechsel und Dokumente über die Aktivitäten der Abteilung Speciale Hulp aan Mechelen (Spezielle Hilfe für Mechelen)
• Verschiedene Abrechnungen und Buchführungen (Gehalt der Mitarbeiter der Organisation Todt, Verrechnungen, Bezahlungen, Budgets, Mitgliederbeiträge, Geschenke etc.)

correspondentie V.J.B.

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13. Ausländeramt „Gib ihnen ein Gesicht”

Die Hauptgeschäftsstelle hat alle Dateien zu Ausländern, die nach Belgien immigriert waren, aufbewahrt. 2004 erhielt das JDWM die Erlaubnis, die Akten deportierter Juden und Sinti und Roma der Vreemdelingpolitie – persoonlijke dossiers (Ausländerpolizei – Personalakten) zu digitalisieren. Es bestätigte sich, dass viele der Deportierten Immigranten waren.

Die Akten sind ausserordentlich wichtige und informative Quellen. Dank dieser Dateien ist es zum ersten Mal möglich, einem Namen ein Foto zuzuordnen.


Für dieses besonders aufwändige Projekt wurden Büroräume im „World Trade Center 2” (Bürogebäude in Brüssel) zur Verfügung gestellt und es kam zu erfolgreichen Verhandlungen mit der Region Brüssel-Hauptstadt, die nun teilweise Personaleinstellungen finanziell unterstützt.


Wir hoffen, das Projekt in digitaler Form bis Ende 2012 fertiggestellt zu haben.

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14. Archiv von Louis van Brussel

Diese Archive wurden von dem Widerstandskämpfer Louis van Vrussel selbst zusammengestellt. Sie sind das Resultat dessen, was er während seines Lebens gesammelt hat. Seit 2001 wird die Sammlung vom JDWM sicher aufbewahrt.

Das Archiv besteht aus 29 Akten mit die Dokumenten, die folgendes beinhalten:

• 44 Fotografien
• Reisepässe
• Mitgliederausweise rechtsextremer Organisationen
• Pressemitteilungen
• Verschiedenes
• Novellen
• Verband der Matallarbeiter
• Partisanenverbindungen 034 – 037 - Mechelen
• Artikel aus „Front“ über Geschichte und Geschichten/ Geschehenes
• Meensel – Kiezegem
• Untergrundpresse
• Nic Bal
• verratene Gruppierungen
• Mitgliederlisten des Vlaams Nationaal Verbond (u.A. aus Leuven)
• Materialien für Vorträge
• Jüdische Partisanen
• Neutralitätspolitik 1939 – 1940
• einzelne Mappen
• gefallene Partisanen 034
• Jul Puttemans-Sovjets
• Auseinandersetzung PA in VL. Vranckx – Louis
• persönlich gekannte Opfer
• Artikel zur Kollaboration
• Erklärungen und Meldungen
• Schriftwechsel und das Buch „Terror in Kriegszeiten”

2007 wird das JDWM die Sammlung SOMA überreichen.

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15. Kooperation mit anderen Ausstellungen

Das JDWM wird regelmässig von Organisationen und Museen gefragt, Teile der Archivbestände an Organisationen und Museen für zeitlich begrenzte Ausstellungen zu verleihen. Die hohe Qualität der Ausstellungen hat sie zu wichtigen Partnern für solche Präsentationen gemacht.
Das JDWM besteht darauf, dass die Austellungen gratis sind.

Einige Beispiele für die Zusammenarbeit zwischen dem JDWM und anderen Institutionen:

- Euroculture, Je n’aime pas la culture, Paris, vorübergehende Ausstellung, 2003-2005
- Museum of Jewish Heritage – A Living Memorial to the Holocaust, Jewish resistance during the Holocaust, New York, vorübergehende Ausstellung, 2004-2005
- Dallas Holocaust Museum, Exhibition featuring 3 events that occurred on April 19, 1943: The Warsaw Ghetto Uprising, the Bermuda Conference and the attack on the 20th deportation train from Belgium, Dallas, vorübergehende Ausstellung, 2004-2005
- Centre de Juive Contemporaine - Mémorial du Martyr Juif, Les Communautés juives d’Europe dans l’après-guerre, Paris, Dauerausstellung, 2004
- Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Raum der Lebensgeschichte – Raum der Orte, Berlin, Dauerausstellung, 2004
- Koniklijk Ballet van Vlaandern, Ausstellung im Rahmen des Musicals „Red Star Line – Portret van een verlorene lente”, Antwerpen, vorübergehende Ausstellung, 2004
- Made in Belgium, Herdenking van 175 jaar België, Brüssel, vorübergehende Ausstellung, 2005-2006
- Mechelen 2005 vzw, - Emilie Fresco, Redders en Geredden tijdens WOII, Mechelen, vorübergehende Ausstellung, 2005
- Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin, Dauerausstellung, 2005
- Life in Shadows – Hidden Children and the Holocaust, Washington, vorübergehende Ausstellung, 2005-2006
- Mémorial de la Shoa, Paris, Dauerausstellung, 2004
- Provinciaal Cultuurcentrum Oost-Vlaanderen, Joods leven in Gent, Gent, vorübergehende Ausstellung, 2005
- Université du Travail de Charleroi, La libération vue de Belgique, Charleroi, vorübergehende Ausstellung, 2005
- Stadsmuseum van Leuven, De Bevrijding van Auschwitz, Leuven, vorübergehende Ausstellung, Januar/ Februar 2005.

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16. Die belgische Ausstellung in der Staatsmuseum Auschwitz-Birkenau

Auf Anfrage des Königs und des Premierministers hin übernahm das JDWM die Leitung des Projekts, die belgische Ausstellung im Staatsmuseum Auschwitz-Birkenau zu überarbeiten. Unter der Leitung von Ward Adriaens begann ad hoc am 14. Februar eine Gruppe Historiker mit der Planung der Arbeiten.

Am 7. Mai 2006, nach über einem Jahr enormer Anstrengungen, wurde der belgische Pavillion in Auschwitz festlich in Anwesenheit des Premierministers Guy Verhofstadt, des Vizepremiers Justizministers Laurette Onkelinx eröffnet. Auch Bruno Tuybens, Staatssekretär für Öffentlichkeitsarbeit, und Verteidigungsminister André Flahaut waren anwesend, wie auch zahlreiche Vertreter jüdischer und historischer Organisationen und etwa 100 Schüler sowohl französisch- als auch niederländischsprachiger Schulen aus Belgien.

Die Ausstellung ist sehr schlicht gehalten. Sie besteht aus drei hellen und geräumigen Sälen, die jeweils einen Aspekt der Judenverfolgung in Belgien behandeln. Raum I beschäftigt sich mit der Besatzung Belgiens und den Reaktionen der Bevölkerung. Raum II erläutert die 17 antijüdischen Verordnungen. Raum III geht auf die 28 Konvois ein, die Mechelen verliessen.

Am 26. Januar 2007 wird ein Katalog veröffentlicht. Kopien werden an Schulen und Botschaften verteilt.

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17. Chronik der Dossinkaserne

Zur Zeit arbeitet unsere Archivarin Laurence Schram an einer Zeitleiste zur Geschichte der Dossinkaserne, einer besonders wichtigen Erschliessung des Archivs.

Für diese Aufgabe müssen zahlreiche Archive an verschiedenen Orten besucht werden, um dort Informationen zu erhalten. Dies sind z.B. Archive des JDWM, Relikten, der Dienst Oorlogsslachtsoffers (Abteilung für Kriegsopfer), das Krijgsauditoraat (Militärtribunal), der Magestic–Bronnen (das Magesticarchiv), der AIVG–Bronnen (das AIVG-Archiv), der Sociale Dienst (Sozialdienst) und andere. Ziel ist es, möglichst viele Dokumente ausfindig zu machen, die in irgendeiner Weise mit den Ereignissen, die im SS-Sammellager für Juden stattfanden, in Verbindung stehen.

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© Beit Lochamei Hagetaot

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© JDWM - Wir danken Bieke, Inge, Jelle, Maaike, Tineke, Mediacentrum KULeuven
jmdv@telenet.be