Banner
Home
Die Dossinkazerne
Geschichte
Das Museum
Das Dokumentationszentrum
Die Gedenkstätte
Der Freundeskreis
Neuigkeiten
Informationen und Kontakt
Links

 

Nederlands
français
Deutsch
English
Sitemap

home > Geschichte > Juden in Belgien vor dem Zweiten Welkrieg

 

Anzahl

Vor Ausbruch des Krieges im Jahre 1939 lebten schätzungsweise weltweit 16 000 000 Juden.

Wie viele Juden genau in Belgien lebten, ist nicht bekannt. In dem von den Deutschen zwischen 1940 und 1942 angefertigten Judenregister wurden jedoch 56 000 Juden eingeschrieben. Wahrscheinlich waren es jedoch mehr, sodass man von 60 000 bis 70 000 Juden ausgehen kann.

Kinderen Davidson
Die Kinder der Familie Davidson
vor dem Krieg (© JDWM)

<Top>

 

Herkunft

Nur 6% der in Belgien lebenden Juden hatten die belgische Staatsbürgerschaft. Die Übrigen waren Ausländer, die in den Jahren zuvor aus Osteuropa emigriert waren.

  • Die ersten Juden, die vor Progromen in Russland flüchteten, kamen  Ende des 19. Jahrhunderts an.
  • Die zweite grosse Flüchtlingswelle kam aus Polen. Dort herrschte seit Ende des Ersten Weltkriegs ein extrem nationalistisches und antisemitisches Klima.
  • Die dritte Flüchtlingsgruppe erreichte Belgien nach der Machtübernahme der Nazis.

Oft liessen sie ihre jüdische Gemeinschaft mit ihrer eigenen Kultur und ihrer eigenen Sprache, dem Jiddisch, zurück. Die meisten Migranten träumten von der Weiterreise nach Amerika. Doch weil ihnen dazu oft das Geld fehlte, blieben sie häufig in Belgien und bauten sich hier ein neues Leben auf.

Joodse wijk
Das jüdische Viertel in
Warschau, 1938 (© VISHNIAC)

<Top>

 

Situation

Die jüdische Gesellschaft in Belgien ist sehr vielfältig. Abgesehen von wenigen reichen Familien sind die meisten Immigranten arm bis bitterarm. Sie arbeiten in der Industrie oder in kleinen Werkstätten, vor allem in der Pelz- und Lederverarbeitung, generell in der Textilverarbeitung, aber auch in der Diamantenindustrie . 80% der Juden leben in den Ballungsgebieten von Brüssel und Antwerpen.

Politisch aktive Juden sind im gesamten Spektrum politischer Parteien zu finden. Einige Juden gründen eigene Sport- oder Jugendvereine, aber auch Schulen. Andere schliessen sich hingegen belgischen Institutionen an.

Nur eine kleine Minderheit lebt jüdisch orthodox. Diese Juden sind jedoch sehr auffällig, da die Männer schwarze Kleidung und eine Kippa tragen, Bärte und Schläfenlocken haben.
Die Mehrheit ist hingegen liberal und unterscheidet sich äusserlich nicht von ihren nicht-jüdischen Mitmenschen.
Ausserdem gibt es Freidenker, die zwar nicht gläubig sind, deren Zugehörigkeitsgefühl zum Judentum an die gemeinsame Kultur, die Identität des Volkes gebunden ist.

sportclub
JAK (Joodse Arbeiders Sportklub) bei einem
Wettkampf in Antwerpen, 1936

 

Nächste Seite -->>

<Top>

 

© JDWM - Wir danken Bieke, Inge, Jelle, Maaike, Tineke, Mediacentrum KULeuven
jmdv@telenet.be